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zweiter Abend

Wichtig
Anmeldung über info(at)17qm.org
| 27.04.16 | 19:00 Uhr | Köln | Teilnehmerzahl 15 | genaue Adresse folgt per Mail |

Eine Meerjungfrau. Das Licht bricht sich. Schaumflocken. Schaumschloss. Königlich gleitend. In die Weiten der Meereswelt. Kokospalmen. Wasser. Flossenschlag. Mit dem Kopf bis ganz nach unten an den Badewannengrund. Augen zusammenkneifen, halboffen, wieder weit geöffnet, blinzeln. Luftblasen. Springbrunnen. Frisch zitronig, mit einem windigen Hauch von Gurke.

Die versteckten Seiten des Alltags erkunden, mal kindlich, mal neugierig, mal spitzfindig. Können wir das noch? Haben wir überhaupt die Zeit und Muße? In einer Welt, in der wir selbst bemüht sind, unsere Freizeit zu rationalisieren und im Sinne einer Beziehungs – und Erholungsarbeit effizient zu nutzen. Ein Blick auf das vermeidlich Triviale des Alltags setzt Fantasien frei, die wir höchstens noch in leiser Erinnerung an Sandburgenfeste und Rollenspiele erahnen können.

Die Performancekünstlerin Marita Bullmann experimentiert mit solchen Gegenständen und Materialien, die wir meist nur als Statisten unseres Alltags betrachten: Strohhalme, Raumsprays, Zimmerpflanzen, Nivea-Creme und Badeenten. Alles ist für sie von Interesse, wo Konsistenz, Farbigkeit, und Geruch erfahr- und erforschbar sind. Marita öffnet neue Facetten der Simplizität und weist so auf die eigentlichen merkwürdigen Nuancen hin, die wir im Alltag arg und achtlos übersehen.

Zu Gast bei unserem 2. Abend.
17qm freut sich auf die Künstlerin, auf euch und gute Gespräche!

http://maritabullmann.de

Titelfoto by Thomas Reul

 

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Raumimpulse: Sara Yussefi

Ein sehr schöner Abend in entspannter, aufgeschlossener Runde! Die Idee Raum für einen ungezwungenen Austausch über Gesellschaft und Kunst zu schaffen ist an diesem ersten Abend erfolgreich umgesetzt worden. Wir hatten die Möglichkeit bei einem Bier oder einer Limo in Wohnzimmeratmosphäre mit dem Künstler über sein Projekt, aber auch über die Hintergründe seiner Arbeit zu sprechen. Nachdem Fatih zu seinem Kurzfilm ausgefragt wurde, arbeiteten wir uns von der armenischen Geschichte über türkische Pressefreiheit und das Osmanische Reich, über Syrien, Russland und Frankreich bis vor die eigene Haustür vor. Dabei war deutlich zu spüren, dass nicht nur die aktuelle Flüchtlingspolitik für Redebedarf bei so ziemlich allen Teilnehmern sorgte. Auch der eigene Umgang mit Kunst und vor allem mit Medien als Informationsquelle war Gesprächsthema. Spontan und ohne Vorgaben wurden verschiedenste Fragen aufgeworfen und diskutiert. Dass wir dabei nicht immer zu einer Lösung gekommen sind, hat nicht weiter gestört. Mich haben die ungeklärten Fragen des Abends jedenfalls noch ein paar Tage beschäftigt. Und darum geht es doch schließlich in einem Salon: Diskurs als Impuls für Reflexion.

Kommentar: Sara Yussefi

 

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erster Abend

Wichtig
Anmeldung über info(at)17qm.org
| 24.02.16 | 19:00 Uhr | Köln | Teilnehmerzahl 15 | genaue Adresse folgt per Mail |

 

Möchte man sich über ein Thema informieren, so ist der einfachste Weg dies über die gängigen Nachrichtenportale zu tun. In leicht verdaulichen Portionen wird einem Weltgeschehen serviert.

Aber vermögen diese Informationsfetzen es auch durch Erkenntnis eine Verwertung des Wissens im Alltag zu generieren und zum richtigen Handeln zu motivieren? Überhaupt, wer entscheidet über die Wichtigkeit der uns dargebotenen Informationen? Kaum hat man das Thema der Medien angeschnitten, landet man auch ganz schnell bei allseits heruntergebeteten Parolen um Manipulation, Lügenpresse und Verschwörung. Was soll man also glauben? Wie findet man sich zurecht und bildet sich seine eigene Meinung? Und welche Rolle spielt hierbei die Kunst?

Kunstproduktion bewegt sich gewiss in einem freieren Kontext, als journalistische Arbeit und hat deshalb die Möglichkeit den Blick für Dinge zu eröffnen, die womöglich unter Verschluss blieben – aber auch wenn eine explizite Formulierung von Tatsachen oftmals ausbleibt, sind KünstlerInnen dadurch gleich objektivere Akteure der Wissensvermittlung?

Der im Bereich Fotografie und Videokunst arbeitende Künstler Fathi Kurceren ist an unserem ersten Abend mit seinem Film Exodus – Nagorno Karabakh vertreten. Zu sehen sind Alltagsszenarien im De-facto-Regime Bergkarabach, eine von Aserbaidschan und Armenien umkämpfte Region, in der sich durch den derzeitigen Konflikt in Syrien, syrisch-osmanische Armenier angesiedelt haben. Fatih Kurceren portraitiert ganz unkommentiert, mit der ausschließlichen Kraft seiner Bilder, Menschen, die politischen Vertreibungen ausgeliefert sind, und wirft Fragen um Identität und Heimat auf.

Das Hineinleuchten in die Seele und das Leben der Menschen, die die Absurdität des Weltgeschehens am eigenen Leibe zu spüren bekommen – ist das eine Form von Informationsübermittlung, der wir mehr glauben schenken können, als dem Dargebotenen der Medien?

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